Was kostet ein Immobilienmakler?


Aktenordner mit Aufschrift Maklerprovision

Hilft ein Makler Ihnen beim Verkauf Ihres Hauses, verlangt er eine Provisionszahlung für seine Leistungen. Dabei ergeben sich viele Fragen. Wir klären darüber auf, wer den Makler zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe bezahlen muss.
 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Bestellerprinzip ist bei der Vermietung einer Immobilie anzuwenden.

  • Ab 2020 (voraussichtlich im Herbst) tritt eine neue Reglung in Kraft, die bundesweit dafür sorgt, dass Sie als Verkäufer maximal 50 % der Kosten der Maklerprovision an den Käufer weitergeben dürfen.

  • Bis Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes gelten für jedes Bundesland andere Provisionsregelungen.

  • Die Höhe der festgelegten Provision ist frei wählbar. Sie liegt in der Regel zwischen 3,57 und 7,14 % des Verkaufspreises.


Wann darf der Makler eine Provision verlangen?

Ob unter dem Begriff Provision, Courtage oder Maklergebühr bekannt – hinter diesen Bezeichnungen steckt die gleiche Bedeutung. Die Provision ist eine Summe, die der Makler für seine geleisteten Tätigkeiten und einen erfolgreichen Vertragsabschluss erhält.

Damit der Makler überhaupt eine Zahlung für seine Leistungen verlangen darf, müssen folgende Punkte erfolgreich abgeschlossen sein:

  • Sie haben einen Maklervertrag abgeschlossen.

  • Der Immobilienmakler war als Nachweis- und / oder Vermittlungsmakler tätig.

  • Sie haben einen Kaufvertrag abgeschlossen.

  • Der Makler ist ursächlich verantwortlich, dass der Kaufvertrag zustande gekommen ist.

  • Der Vertrag wurde nicht aufgrund eines Mangels für nichtig erklärt.


Wann ist eine Provisionszahlung unwirksam?

Erfüllt der Makler eine der oben genannten Punkte nicht, hat er keinen Anspruch auf Provision. Das ist auch der Fall, wenn der Makler Sie bei einem fernmündlich abgeschlossenen Vertrag nicht über das Widerrufsrecht aufgeklärt hat. Sie können Einspruch erheben und die gezahlte Provision zurückverlangen. Wie Sie einen Maklervertrag korrekt widerrufen, finden Sie hier.

Achten Sie darauf, ob die geforderte Provision über der ortsüblichen Provision liegt. Falls doch, können Sie die Provision anteilig zurückfordern.
 

Wer muss den Makler bezahlen?

Sicherlich haben Sie schon vom Bestellerprinzip gehört. Die seit 2015 geltende Vereinbarung sagt aus, dass die Person, die den Makler beauftragt, die Maklerprovision zahlen muss. Besonders bei Vermietungen fallen damit die Kosten auf den Vermieter und nicht mehr auf den Mieter.
 

Neue Regelungen beim Verkauf

Auch beim Verkauf war es üblich, dass der Verkäufer die vollen Kosten des Maklers übernimmt. Doch im August 2019 hat die Koalition für den Verkauf einer selbstgenutzten Wohnimmobilie (nicht Gewerbe- oder Anlagenimmobilien) im Rahmen des kommenden Wohnpakets eine neue Regelung beschlossen.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ergänzt die Bundesregierung dafür folgende Angaben:

  • Maklerverträge sind in Schriftform abzuschließen.

  • Beauftragen Verkäufer und Käufer den Makler und tritt dieser als Interessensvertreter beider Parteien auf, kann er von beiden Parteien eine Provision verlangen. Sie muss für Verkäufer und Käufer gleich hoch sein.

  • Hat nur eine Partei den Makler beauftragt, muss diese die Provisionszahlung leisten. Vereinbaren Sie mit dem Makler jedoch, dass der Käufer ebenfalls Provision zahlen soll, dürfen die anfallenden Kosten für den Käufer nur 50 % der Provision ausmachen.

Diese Informationen stammen aus einem Gesetzesentwurf. Das Gesetz tritt voraussichtlich im Herbst 2020 in Kraft. Vorher muss das Parlament über den Entwurf abstimmen. Bisher regelt jedes Bundesland die Höhe und Zahlung der Provision unterschiedlichen. Mit dem neuen Gesetz wird eine bundesweite Regelung geschaffen.

Wir raten Ihnen dazu, die Regelungen für Ihr Bundesland zu prüfen. Falls Sie in einem Bundesland wohnen, dass keine geteilte Zahlung der Provision zulässt, warten Sie falls möglich auf die Durchsetzung des Gesetzes, um Kosten zu sparen.
 

Wie hoch sind die Kosten für einen Makler beim Hausverkauf?

Üblicherweise liegt die Courtage zwischen 3,57 und 7,14 % des Verkaufspreises. Da es keine gesetzlich festgelegte Regelung zu der Höhe der Provision gibt, können Sie diese mit dem Makler frei wählen. Es ist jedoch ratsam, sich an die ortsübliche Provisionshöhe zu halten.

Diese Tabelle zeigt Ihnen die üblichen Prozentsätze für die Provision innerhalb der Bundesländer:

Bundesland

Provisionshöhe gesamt

Anteil Verkäufer

Anteil Käufer

Nordrhein-Westfalen

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Rheinland-Pfalz

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Saarland

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Hessen

5,95 %

0 %

5,95 %

Baden. Württemberg

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Bayern

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Thüringen

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Sachsen

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Sachsen-Anhalt

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Brandenburg

7,14 %

0 %

7,14 %

Berlin

7,14 %

0 %

7,14 %

Mecklenburg-Vorpommern

5,95 %

2,38 %

2,38 %

Schleswig-Holstein

7,14 %

3,75 %

3,75 %

Niedersachsen

7,14 % oder 4,76 – 5,95 %

3,75 % bzw. 0 %

3,75 % bzw. 4,76 – 5,95 %

Hamburg

6,25 %

0 %

6,25 %

Bremen

5,95 %

0 %

5,95 %


Sie sehen, dass bereits einige Bundesländer die Höhe der Provision zwischen Verkäufer und Käufer aufteilen. Um diese Regelung für alle Bundesländer einzuführen, möchte die Große Koalition den Gesetzesentwurf durchbringen.

Achtung: Die Höhe einer Provision kann innerhalb der Bundesländer ebenfalls regional abweichen.
 

Rechenbeispiel:

Familie Meier verkauft Ihr Haus an Familie Jansen für einen Verkaufspreis von 130.000 €. Familie Meier kommt aus Nordrhein-Westfalen, wo eine Provisionshöhe von 7,14 % üblich ist.

130.000 € * 3,75 % = 4.875 €


Beide Familien zahlen einen Anteil von 3,75 % und damit jeweils 4.875 € an den Makler.


 

Wann ist die Maklerprovision fällig?

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen hält der Makler fest, wann eine die Provisionszahlung nach Abschluss eines Kaufvertrags fällig ist. In der Regel gewährt der Makler Ihnen ein Zahlungsziel von 7 – 14 Tagen nach geleisteter Vertragsunterschrift beim Notar. Sie haben jedoch die Möglichkeit eine andere Vereinbarung mit dem Makler zu treffen, beispielsweise nach Zahlungseingang des Kaufpreises auf Ihr Konto.

Ab 2020 gilt nach der Umsetzung der neuen Regelung, dass die Partei, die den Makler nicht beauftragt hat, erst die Provision zahlen muss, nachdem der Besteller nachweislich gezahlt hat.

Mit der Zahlung der Courtage an den Makler ist der Maklervertrag erfüllt. Der Makler hat all seine Aufgaben erledigt, um Ihnen einen unkomplizierten und erfolgreichen Verkauf zu ermöglichen. Welche weiteren Vorteile Sie durch einen Makler haben, ist hier genauer beschrieben.
 

Wie verhandle ich die Maklerprovision?

Anders als bei einer Vermietung haben Sie beim Verkauf die Chance die Höhe der Provision zu verhandeln. Besonders, wenn Ihre Immobilie leicht zu verkaufen ist, lässt sich eine niedrigere Provision vereinbaren. Auch wenn der Preis der Immobilie sehr hoch ist, geht der Makler eher auf eine niedrigere als marktübliche Provision ein. Nach altem Recht kommt es vor, dass Käufer bei einem beliebten Objekt die Provision alleine tragen, um die Chancen auf den Zuschlag zu erhöhen. Das wird mit der neuen Gesetzgebung aber nicht mehr möglich sein.

Käufer können verhandeln, wenn die zu vermittelnde Immobilie bereits lange am Markt ist, die Immobilie in einer unattraktiven Gegend liegt oder sich in einem schlechten Zustand befindet. Oft übernimmt hier der Verkäufer die Courtage, um die Verkaufschancen zu erhöhen.
 

Kann ich die Provisionszahlung umgehen?

Einige Kaufinteressenten versuchen die Maklerprovision zu vermeiden, indem Sie selbst auf den Verkäufer zugehen und sich privat bei Ihm melden. Doch Achtung: Sie sind als Verkäufer an den Maklervertrag gebunden. Bitte achten Sie auf die getroffenen Vereinbarungen und auf die Art des Maklervertrags. Informationen zu den unterschiedlichen Maklerverträgen und der Möglichkeit selbst einen Käufer zu finden, bekommen Sie hier.

Ist die Laufzeit des Maklervertrag vorüber, heißt das nicht, dass der Provisionsanspruch des Maklers erlischt. Meldet sich nach Ablauf des Vertrags ein Interessent bei Ihnen, beispielsweise weil er vor einiger Zeit mit dem Makler eine Besichtigung in Ihrem Haus hatte, besteht weiterhin Provisionsanspruch des Makler. Das gilt immer dann, wenn der Makler nachweisen kann, dass er der Kaufinteressent rechtswirksam vermittelt hat.

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