Wie erstelle ich ein professionelles Exposé?

Expose mit Taschenrechner

Ein wichtiger Schritt für die Bewerbung Ihrer Immobilie ist die Erstellung eines aussagekräftigen Exposés. Ein Exposé klärt bereits vor einer Besichtigung viele Fragen zu Ihrer Immobilie, indem es Details über Ihr Haus bekannt gibt. Eine professionelle Darstellung hilft Ihnen dabei Ihr Haus erfolgreich zu verkaufen. Dieser Artikel zeigt Ihnen die Schritte für ein professionelles Exposé.
 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Achten Sie bei der Gestaltung und Beschreibung Ihrer Immobilie auf die Zielgruppe und den Nutzen für den potenziellen Käufer.

  • Aussagekräftige Bilder und übersichtliche Pläne erzeugen Interesse und steigern das Verkaufspotential.

  • Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Informationen Ihrer Immobilie sorgt für einen guten Eindruck und hilft besonders bei langen Exposés den Überblick zu behalten.

  • Bleiben Sie bei der Beschreibung Ihres Hauses sachlich und vermeiden Sie subjektive Aussagen.
     

Was ist die Aufgabe eines Exposés?

Das Exposé enthält detaillierten Informationen über das Haus, das Sie verkaufen wollen. Es handelt sich dabei um eine Mappe, in der verschiedene Dokumente zusammengestellt sind. Meist werden Interessenten durch eine Anzeige in der Zeitung oder im Internet auf Ihre Immobilie aufmerksam. Durch die Anforderung eines Exposés hat der Interessent die Chance sich umfassend über Ihre Immobilie zu informieren, bevor Sie mit ihm eine Besichtigung durchführen.

Mit der Anforderung des Exposés entsteht der erste persönliche Kontakt zwischen Ihnen und dem potenziellen Käufer. Im persönlichen Erstkontakt haben beide die Möglichkeit zu prüfen, ob die Immobilie den Bedürfnissen und Anforderungen des Interessenten entspricht. Am besten führen Sie ein telefonisches Gespräch, bevor Sie ein Exposé verschicken. Falls die Bedürfnisse nicht zu Ihrem Haus passen, vermeiden Sie unnötige Versandkosten und zeitraubende Besichtigungstermine.

Entspricht das Haus den Anforderungen, kann das Exposé weitere wichtige Informationen liefern, die die Kaufentscheidung beeinflussen. Besteht auch nach Zusendung des Exposés Interesse an Ihrem Haus, ist es an der Zeit, einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
 

Wie gestalte ich ein Exposé?

Ihr Exposé sollte klar gegliedert sein, damit Interessenten sich leicht zurechtfinden. Eine kurze Übersicht, zum Beispiel in Form eines Inhaltsverzeichnisses, hilft Ihnen, die wichtigsten Informationen und Argumente auf einem Blick zusammenzufassen. Besonders bei längeren Exposés ist das empfehlenswert.

Wie bei einer Anzeige ist das Exposé und dessen Inhalt an die Zielgruppe und den Nutzen für den potenziellen Käufer anzupassen. Wie Sie eine Zielgruppe definieren und den Nutzen verdeutlichen, finden Sie in diesem Artikel.
 

Äußere Gestaltung

Bei der äußeren Gestaltung achten Sie bitte auf eine Klebebindung, da ein getackertes Exposé billig wirkt. Als Format hat sich das DIN-A4-Hochformat bewährt. Größere Pläne wie für Grundrisse oder Lagepläne drucken Sie am besten in DIN-A3 aus. So sind sie für den potenziellen Käufer besser zu erkennen. Passend gefaltet ergänzen Sie das Exposé perfekt.
 

Das Titelblatt

Das Titelblatt fällt dem potenziellen Käufer zuerst ins Auge. Es ist die Visitenkarte des Objekts und sollte eine überzeugende Headline sowie Werbebotschaft enthalten. Entscheiden Sie sich hier für dieselbe Headline, wie in Ihrer Anzeige, damit der Interessent Ihre Immobilie wiedererkennt. Wählen Sie außerdem ein ansprechendes Foto von der Immobilie aus. All diese Punkte sollen den Nutzen des Objekts attraktiv transportieren. Hier finden Sie Tipps für eine aussagekräftige Headline und den passenden textlichen Inhalt.
 

Der Inhalt

Zum Inhalt gehört die textliche Beschreibung der Immobilie und der Nutzen für den Interessenten. Fügen Sie zudem aussagekräftige Bilder hinzu, um dem Interessenten eine bildliche Vorstellung Ihrer Immobilie zu ermöglichen.
 

Pläne

Alle Pläne wie Grundrisse, Lagepläne oder Umgebungskarten sollten übersichtlich und gut lesbar sein. Achten Sie darauf, dass die Kartenausschnitte auf das Objekt abgestimmt sind, um den potenziellen Käufer nicht zu irritieren.
 

Grafische Gestaltung

Mit grafischen Elementen wie Hervorhebungen, Einrückungen oder Aufzählungen erhöhen Sie die Lesbarkeit Ihres Exposés. Mit einem einheitlichen Layout sorgen Sie für ein professionelles Aussehen und erzeugen einen guten Eindruck beim Interessenten.
 

Welche Informationen gehören in ein Exposé?

Für ein Exposé gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Doch wir zeigen Ihnen, welche Informationen für einen potenziellen Käufer wichtig sind.
 

1. Kurzübersicht

Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte Ihrer Immobilie helfen dem Interessenten den Überblick zu behalten. Dazu gehören bspw. folgende Angaben:

  • Art der Immobilie – Doppelhaushälfte, Einfamilienhaus, Reihenhaus etc.

  • Baujahr

  • Lage – Innenstadt, Stadtrand, ländlich, Dorf oder Siedlung etc.

  • Wohnfläche und Grundstücksfläche

  • Zimmeranzahl

  • Skala des Energieausweises zur Energieeffizienzklasse

  • Besonderheiten – Terrasse, Balkon, Pool, Sauna, Teich etc.

  • Verfügbarkeit

  • Kaufpreis

Geben Sie zudem Ihre Kontaktdaten an gut sichtbarer Stelle an, damit potenzielle Käufer schnell Kontakt mit Ihnen aufnehmen können. Das kann Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sein. Achten Sie jedoch auf zeitnahe Rückmeldungen, reagieren Sie unverzüglich. Zu lange Wartezeiten hinterlassen einen schlechten Eindruck, denn sie könnten einen ungewollten Anschein von Desinteresse vermitteln.
 

2. Fotos

Hier gilt: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Mit gut gewählten Fotos erhalten Sie die Aufmerksamkeit des Interessenten. Dabei ist es wichtig, sowohl von den Innenräumen als auch vom Außenbereich Fotos zu machen. Achten Sie darauf, dass die Bilder nicht verwackelt oder verpixelt sind. Ein Stativ und eine gute Kamera helfen Ihnen dabei.

Bei Innenaufnahmen ist eine gute Beleuchtung wichtig. Zudem empfehlen wir, die Räume zuvor aufzuräumen und dezent aber ansprechend zu dekorieren, um eine schöne Atmosphäre zu erhalten. Für Außenaufnahmen raten wir Ihnen auf gutes Wetter zu warten, da ein blauer Himmel immer einen besseren Eindruck macht als ein grauer.

Damit Ihr Interessent genau weiß, was er auf dem Foto sieht, fügen Sie Bildunterschriften hinzu. Beschreiben Sie die Fotos sachlich und vermeiden Sie subjektive Adjektive. Folgende Aussagen zeigen gelungene Beschreibungen:

Großzügiges Wohnzimmer im Erdgeschoss“

Offene Küche mit Blick ins Wohnzimmer“

Helles Schlafzimmer mit angrenzendem Bad“

Hilfreich sind zudem Bearbeitungsprogramme für Fotos. Sie können Ihre Bilder aufbessern indem Sie sie zum Beispiel heller machen oder einen Filter verwenden. Doch verfälschen Sie die Bilder nicht, da der Eindruck vor Ort zählt und eine starke Diskrepanz zwischen Fotos und Realität den Anschein erweckt, dass Sie die Immobilie beschönigen wollen. Die Bearbeitung sollte lediglich unterstützend zu bereits guten Fotos eingesetzt werden. Viele Programme gibt es bereits kostenlos online.

Vermeiden Sie es Fotos mit Menschen drauf zu verwenden oder Fotos von Wänden, an denen Ihre eigenen Familienbildern hängen. Die Fotos sollen nicht persönlich, sondern objektiv sein. Sie gestatte es dem Betrachter, sich bereits in der Fantasie auszumalen, wie die Immobilie mit seinen eigenen Möbeln und Accessoires aussehen könnte. Persönliche Gegenstände würden ihn dabei beeinträchtigen. Abgesehen davon ist es zum Schutz Ihrer eigenen Privatsphäre ohnehin nicht ratsam solche Details für alle Welt sichtbar online zu posten oder freigiebig an Kaufinteressenten zu verteilen.
 

3. Hauptteil

Neben den oben genannten gestalterischen und textlichen Aspekten sind folgende Informationen und Dokumente empfehlenswert:


Objektbeschreibung

Die Objektbeschreibung gibt zuerst eine schnelle Übersicht über die Bauart und das Baujahr Ihrer Immobilie. Außerdem gehört die Wohn- und Nutzflächenberechnung zu diesem Punkt. Daraus ist auch die Anzahl der Zimmer zu entnehmen. Anschließend sollten Sie die Räumlichkeiten beschreiben. Gehen Sie dabei auf die wichtigsten Punkte ein, um nicht abzuschweifen. Dazu gehen der Modernisierungsstand sowie besondere Extras wie Terrassen, Balkone, Fußböden oder Einbauten. Auch die Ausstattung der Badezimmer und WCs sind interessant für den potenziellen Käufer. Gehen Sie kurz auf die vorhandene Heizungsanlage und Wasserversorgung ein sowie die verbauten Fenster und Türen. Dies spielt beim energetischen Aspekt des Hauses eine große Rolle und zeigt dem Interessenten, ob ein Austausch vor dem Einzug ratsam ist. Neben der Beschreibung der Innenräume gehört auch der Außenbereich zur Objektbeschreibung. Gehen Sie auf die Größe und Gestaltung des Gartens ein, da diese Aspekte ebenfalls kaufentscheidend sein können. Zusätzlich zu Ihrer eigenen Beschreibung der Immobilie können Sie dem Exposé die Baubeschreibung bzw. Bauausführung beifügen, da dort der Aufbau der Wände, Decken und Böden beschrieben ist.
 

Standortübersicht

Ein kleines Extra für das Exposé ist die Standortübersicht. Hier können Sie mit Hilfe einer Karte verdeutlichen, wie weit Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und andere Einrichtungen entfernt sind. Zudem können Sie die Anbindung an das Verkehrsnetz und den ÖPNV beschreiben. Je nach Zielgruppe stellen Sie die Vorteile entsprechend dar. Eine Familie freut sich über naheliegende Schulen und Einkaufsmöglichkeiten, während ein alleinstehender Angestellter die Anbindung an die Autobahn bevorzugt, um schnell im Büro sein zu können.
 

Energieausweis

Spätestens beim Besichtigungstermin muss der Energieausweis vorliegen. Praktischer ist es, wenn Sie Ihn mit dem Exposé direkt zur Verfügung stellen. Folgende Informationen muss der Ausweis angeben: Art des Ausweises, Erstellungsdatum, Endenergieverbrauch, Energieeffizienzklasse, wesentlicher Energieträger, Baujahr, Heizungsart. Was der Energieausweis genau ist, finden Sie hier. Stellen Sie den Energieausweis nicht zur Verfügung, kann ein Bußgeld von bis zu 15.000 € drohen.
 

Pläne

Besonders interessant ist die Aufteilung der Räume. Die Grundrisse bieten hierzu die beste Übersicht. Sind die Grundrisse veraltet und stimmen nicht mehr mit den vorhandenen Räumen überein, sind neue Pläne anzulegen. Dies können Sie selbst machen, wenn Sie über entsprechende Programme zum maßstabsgetreuen Zeichnen verfügen oder Sie lassen die Räume von einem Fachmann vermessen und zeichnen. Der empfohlene Maßstab für die Grundrisse im Exposé beträgt 1:100. Neben der Raumaufteilung ist die Bemaßung der Wände und Fenster ebenfalls informativ. Weitere Pläne, die Sie vermutlich in Ihren Bauunterlagen finden, sind die Ansichten und Schnitte. Stimmen diese noch überein, sind sie im Exposé willkommen.

Empfehlenswert sind DIN-A3-Pläne, die Sie folgendermaßen falten:

  1. Blatt quer legen

  2. DIN-A3-Blatt an der langen Kante in der Mitte falten – von rechts nach links

  3. die nun oben liegende Seite nochmals in der Mitte falten – von links nach rechts

Damit lässt sich der Plan auch innerhalb des Exposés einfach entfalten und passt sich dennoch dem DIN-A4 Format perfekt an.
 

Rechnungen

Damit der potenzielle Käufer die Nebenkosten für das Haus einschätzen kann, ist es hilfreich die unterschiedlichen Abrechnungen zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Schornsteinfeger

  • Versicherungen

  • Grundsteuer

  • Abfallgebühren

  • Straßenreinigung

  • Wasser, Heizung, Strom, Gas

  • Wartungen

Die Aufstellung ist wichtig, damit der potenzielle Käufer einschätzen kann, ob die monatlichen Kosten für einen Kredit sowie die Nebenkosten des Hauses tragbar sind.
 

Kaufpreis / Wertermittlung

Haben Sie eine Wertermittlung durchführen lassen, können Sie diese ebenfalls anhängen. Daraus ist der Marktwert für den Käufer genau nachvollziehbar. Auch, wenn keine Wertermittlung stattgefunden hat, ist die Angabe des Kaufpreises wichtig. Besteht die Möglichkeit den Preis noch zu verhandeln, geben Sie das bitte an.

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